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Avatar von Hajo Zeller

Die letzten Sätze aus dem Artikel von Wladimir Putin "Über die historische Einheit von Russen und Ukrainern" (Eine deutsche Übersetzung des geamten Artikels findet sich hier: https://alschner-klartext.de/wp-content/uploads/2022/06/U%CC%88ber-die-historische-Einheit-von-Russen-und-Ukrainern.pdf)

Die amtierenden ukrainischen Behörden berufen sich gern auf die Erfahrungen des Westens, die

sie als Vorbild betrachten. Schauen Sie sich nur an, wie Österreich und Deutschland, die USA und

Kanada nebeneinander leben. Sie sind sich ethnisch und kulturell sehr ähnlich, sprechen sogar

die gleiche Sprache und sind dennoch souveräne Staaten mit eigenen Interessen und einer

eigenen Außenpolitik. Dies hindert sie jedoch nicht an einer engen Integration oder an

verbündeten Beziehungen. Sie haben sehr bedingte, transparente Grenzen. Und beim

Überschreiten dieser Grenzen fühlen sich die Bürger zu Hause. Sie gründen Familien, studieren,

arbeiten, machen Geschäfte. Das gilt übrigens auch für Millionen von Menschen, die in der

Ukraine geboren wurden und jetzt in Russland leben. Wir sehen sie als uns nahestehende

Menschen.

Russland ist offen für den Dialog mit der Ukraine und bereit, auch die komplexesten Fragen zu

erörtern. Aber es ist wichtig für uns zu verstehen, dass unser Partner seine nationalen Interessen

verteidigt, aber nicht den Interessen eines anderen dient, und dass er kein Werkzeug in den

Händen eines anderen ist, um gegen uns zu kämpfen.

Wir respektieren die ukrainische Sprache und Traditionen. Wir respektieren den Wunsch der

Ukrainer, ihr Land frei, sicher und in Wohlstand zu sehen.

Ich bin überzeugt, dass eine echte Souveränität der Ukraine nur in Partnerschaft mit Russland

möglich ist. Unsere geistigen, menschlichen und zivilisatorischen Bindungen bestehen seit

Jahrhunderten und haben ihren Ursprung in denselben Quellen, sie sind durch gemeinsame

Prüfungen, Errungenschaften und Siege gefestigt worden. Unsere Verwandtschaft ist von

Generation zu Generation weitergegeben worden. Sie ist in den Herzen und im Gedächtnis der

Menschen, die im modernen Russland und in der Ukraine leben, in den Blutsbanden, die Millionenunserer Familien vereinen. Gemeinsam waren wir immer stärker und erfolgreicher und werden es auch in Zukunft sein. Denn wir sind ein Volk.

Heute mögen diese Worte von einigen Menschen mit Feindseligkeit aufgenommen werden. Sie

können auf viele Arten interpretiert werden. Aber viele Menschen werden mir zuhören. Und ich

werde eines sagen: Russland war nie und wird nie "anti-ukrainisch" sein. Und was die Ukraine

sein wird - das müssen ihre Bürger selbst entscheiden.

Avatar von Lothar Lieck

Vielen Dank für den Artikel! Vor allem für das Aussprechen der mittlerweile illusorischen Option, dass sich die drei Buchautoren, der taz-Journalist, der Innensenator und die Direktorin der Osteuropaforschung zusammensetzen und darüber reden. Normalität ist nicht mehr!

Andrerseits nehmen die autoritären Phantasien offensichtlich exponentiell zu. taz und Bild wären mal eine Querfront gewesen, jetzt ist es schon eine Einheitsfront.

Die taz hat noch ein paar Gemeinheiten speziell für ihre Leserschaft auf Lager. So sei der Hauptautor, also Stefan Luft, Mitarbeiter eines homophoben Innensenators gewesen. Das ist ja in diesem Zusammenhang etwa so sinnvoll, wie wenn man in der Russland-Ukraine Debatte auf frühere pädophile Ausflüge eines etwaigen grünen Debattenteilnehmers verweisen würde. Einfach unter der Gürtellinie! Und das Bild zu solchen Artikeln kommt nie aus Odessa oder dem Donbass.

Ich habe die Vorstellung des Buches durch Stefan Luft ganz kurz nach der Veröffentlichung in einem Garten in Schleswig-Holstein beim Gesprächskreis der Nachdenkseiten erlebt. Ralf Stegner hat dort auch geredet. Es geht also noch.

Stefan Luft ist überdies gläubiger Katholik (was die taz nicht erwähnt), eine Spezies Mensch, die mir von Zeit zu Zeit ob ihrer Standhaftigkeit sehr imponiert (z. B. auch Peter Bürger, Selbstbezeichnung ‚Linkskatholik‘. Sein Artikel über Friedrich Merz‘ Opa ist sehr gut mit Quellen unterlegt, man taucht förmlich ein in das Sauerland der dreißiger Jahre.

https://overton-magazin.de/top-story/der-opa-von-friedrich-merz/

Seit knapp zwei Wochen gibt es in Bremen noch ein aktuelles Beispiel der gleichen Art, die Absage der Ausstellung zur Hungerblockade von Leningrad, nachzulesen hier. https://deutsch-russische-friedenstage.de/2025/09/leningrad-ausstellung-gecancelt/

Der Bremer Verein ‚Deutsch Russische Friedenstage‘ hat diese Ausstellung des Vereins zur Blockade von Leningrad 1941 bis 1944 in der Gedenkstätte Lager Sandbostel aufgebaut (Transparenzhinweis : ich habe dabei geholfen, weil ich Vereinsmitglied bin). Am Tag nach der Eröffnung hat der Gedenkstättenleiter die Ausstellung geschlossen, nicht wegen der Inhalte der Ausstellung, sondern weil der Vereinsvorsitzende daran erinnert hat, dass die Blockade von Leningrad eine der historischen Erfahrungen der Russen ist, die zu Einkreisungs- und Überwältigungsängsten geführt haben. Das sieht der Gedenkstättenleiter als Instrumentalisierung, als Rechtfertigung des russischen Angriffs. Der Vereinsvorstand hat ihm angeboten, darüber persönlich zu sprechen, darauf ist er bisher nicht eingegangen.

Bild und taz propagieren also den heldenhaften Kampf unserer Geheimdienste gegen Desinformation und mittlerweile gegen den ‚inneren zersetzenden‘ Feind. Der CIA, MI6, BND und Verfassungsschutz als moralisch einwandfreie und Russland und China hoffnungslos unterlegene Demokratierettungsgeheimdienste. Immer in der Verteidigung, nie aktiv, nirgendwo und wenn, dann immer einwandfrei! Puuh!

Nach dem ersten Raketeneinschlag in Polen im November 2022 wie auch vor zwei Wochen war sofort klar, wer es war, und es wurden Gesprächsangebote ausgeschlagen und Grenzen geschlossen und von so manchen die sofortige Bombardierung Moskaus gefordert. Kein Nachdenken, keine Geduld bis zur Klärung, keine Kompromiss- und Gesprächsbereitschaft (zusammengefasst heißen diese drei Eigenschaften wohl 'Dummheit'), ausschließlich Konfrontation, Waffen und Kriegsbereitschaft. Normalität ist nicht mehr. Insgesamt wird es in Deutschland immer unheimlicher und bedrohlicher; und ich befürchte, dass die Geheimdienste irgendwann den ultimativen ‚Sender Gleiwitz-Coup‘ organisieren.

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