85 Jahre und kein bisschen weise -
Zum Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 - Teil 1
Am 22. Juni 1941, vor 85 Jahren, überfiel Hitler-Deutschland die Sowjetunion („Unternehmen Barbarossa“). Der Krieg zielte auf die Eroberung, Versklavung und Vernichtung der Völker der Sowjetunion. 27 Millionen Menschen fielen ihm zum Opfer.
Spiegel titelte dazu: „Unser Krieg gegen Russland“.
Die FAZ kommentierte: „Spiegel titelt über den Zweiten Weltkrieg und verwechselt die Sowjetunion mit Russland. Das ist geschichtsvergessen und verhöhnt viele Opfer des Kriegs im Osten Europas. Für den Kreml ein gefundenes Fressen.“
So zeigten beide Medien versehentlich, wo sie geistig angekommen sind.
In einer Rede Hitlers vom 3. Oktober 1941 zum „Unternehmen Barbarossa“ rekapitulierte dieser, dass Deutschland damals nicht allein in diesen Vernichtungskrieg zog: Mit den Deutschen kämpften Finnen, Italiener, Kroaten, Rumänen, Slowaken, Spanier und Ungarn. Belgier, Niederländer, Dänen, Norweger und auch Franzosen seien ebenfalls dabei. (Anmerkung: Im weiteren Kriegsverlauf kamen auch Esten und Letten, Russen und Ukrainer sowie weitere Angehörige von Völkern der Sowjetunion hinzu.)
Hitler portraitierte in der damaligen Rede die Entscheidung zum Krieg gegen die Sowjetunion als „Vorsorgemaßnahme“ und unterstellte der Sowjetunion Angriffspläne auf Deutschland. Wenn einer die Waffe zieht, so Hitler, warte man nicht, bis der den Abzug drücke. Dann schieße man zuerst. Hitler betonte, dass Deutschland diesen Kampf für „Europa“ führe. Wir, so Hitler, hätten keine Ahnung gehabt, wie immens die (Anm.: sowjetische) Gefahr gewesen sei und seien „nur um Haaresbreite der Zerstörung Deutschlands und Europas entgangen“.
Wir stehen östlich von Smolensk, vor der Krim, vor Leningrad, prahlte Hitler. Zum Zeitpunkt dieser Rede war Kiew gefallen, der erste Massenmord an sowjetischen Juden in Babyn Jar bereits begangen, der Befehl zur Auslöschung von Leningrad unterschrieben.
Damals hoffte Hitler noch auf einen blitzkriegartigen Sieg, so wie das - mit Ausnahme von Großbritannien - der deutschen Kriegsführung seit 1939 gelungen schien. Alles laufe nach Plan, versicherte Hitler seiner begeisterten Anhängerschaft.
Am 8. Mai 1945 wurde in Berlin-Karlshorst die bedingungslose Kapitulation Deutschlands gegenüber den Alliierten unterzeichnet.
https://www.museum-karlshorst.de/english-the-german-surrender-in-may-1945/
Da hatte sich Hitler schon aus der Verantwortung und dem Leben geschlichen.
Hitler schmähte in der damaligen Rede die Engländer, die ihm trotzten. Sein völkischer Wahn war auf alles konzentriert, was in der Nazi-Ideologie als „minderwertig“, als „Untermensch“ oder als „asozial“ angesehen wurde.
Die Sowjetunion (Anm.: in der Rede war immer vom „Russen“ die Rede) - der Feind - bestand nach Hitler nicht aus menschlichen Wesen, sondern aus „Tieren oder Bestien“. Man habe gesehen, was der Bolschewismus aus Menschen mache. Man könne den Deutschen nicht die verfügbaren Fotos zeigen. Sie seien das Unheimlichste, was sich ein menschlicher Verstand vorstellen könne. Der Feind kämpfe einerseits mit einer “bestialischen Blutgier“ und andererseits aus „Feigheit und Angst“ vor seinen Kommissaren.
Tatsächlich erhielt die „Heimatfront“ sowohl offiziell als auch durch Soldatenbriefe ganz unbekümmert Filmmaterial und Fotografien, die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf sowjetischem Boden dokumentierten und die später zum Teil der Beweislage wurden, dass die Idee der „sauberen“ deutschen Wehrmacht im sogenannten „Ostfeldzug“ ein über Jahrzehnte aufrechterhaltenes Lügenmärchen war. Nicht zu reden davon, dass an der „Heimatfront“ offenbar auch die wenigsten das Gewissen plagte.
sowie
https://germanhistorydocs.org/en/a-new-germany-1990-2023/an-exhibition-on-the-crimes-of-the-wehrmacht-splits-the-german-public-retrospective-account-2015
Hitler verfuhr zur Rechtfertigung des deutschen Angriffes auf die Sowjetunion erkennbar nach der Methode, dass es große Lügen braucht, um Angriffskriege zu legitimieren. Es gab später Stimmen, die behaupteten, dass Hitler 1941 tatsächlich einen Präventivschlag gegen die Sowjetunion durchführte (darunter auch der deutsche Geschichtswissenschaftler Nolte), aber die Archive sind eindeutig. Zuletzt wies der kanadische Wissenschaftler Michael Carley nach, dass die Sowjetunion die Machtergreifung Hitlers unmittelbar mit der Kriegsgefahr verband, sich verzweifelt, aber ergebnislos bemühte, eine Anti-Hitler-Koalition in Europa zu schmieden und schließlich den Ribbentrop-Molotov-Pakt einging sowie gegen Finnland Krieg führte, um auf diese Weise (widerrechtlich) Territorium zwischen sich und Deutschland zu bringen, als Puffer. Letztendlich aber erlag die Sowjetunion dem Irrtum, dass Hitler keinen Zwei-Fronten-Krieg riskieren würde. (vgl. Michael Jabara Carley, University of Toronto Press, 2024, drei Bände zur Politik Stalins zwischen 1930 und 1941)
Besagte Hitler-Rede ist auch ein Beispiel dafür, dass die deutschen (und alle früheren) Propagandamethoden den Sieg der Alliierten über Hitler-Deutschland 1945 überlebten: Der jeweilige Feind ist immer das Abscheulichste unter der Sonne (ein neuer Hitler, ein Schlächter, ein Chemiewaffenverbrecher, ein Besitzer oder angestrebter Besitzer von Massenvernichtungswaffen, ein Terrorist oder ein Kollaborateur von Terroristen), naturhaft aggressiv, ungemein gefährlich (womöglich droht ein neues Auschwitz). Das jeweilige Land, insbesondere dessen Führung, steht außerhalb der menschlichen Gemeinschaft, und versteht nichts anderes als die Sprache der militärischen Macht, die man „leider“ anwenden muss, gezwungenermaßen, um ein Volk, „Europa“ oder gar die Welt zu retten.
An sich sind das alles sehr billige Tricks, und doch sind sie - wie die weitere Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts bewies - immer wieder aufs Neue mächtig. Selbst aufgedeckte Kriegslügen haben äußerst lange Beine, wenn es um einen neuen Krieg und eine neue Kriegsbegründung geht.
Nicht nur die Kriegspropaganda ist ein Wiedergänger. Feindschaft und Hass auf alles Russische, was sich im nationalsozialistischen Gedankengut in besonders schändlicher Weise ausformte, ist keine alleinige Erfindung der Deutschen. Das alles ist sehr viel älter und damit auch sehr viel langlebiger.
https://www.dokumente.ios-regensburg.de/JGO/Rez/Kazakov_Zykova_Zaren_Baeren_und_Barbaren.html
Im 20. Jahrhundert kam der ideologische Gegensatz zwischen Kapitalismus und „Kommunismus“ (Bolschewismus, die „Roten“) hinzu. Schließlich verstand sich der „Bolschewismus“, gestützt auf Marx, Engels und Lenin, ursprünglich als „Weltrevolution”, als ein historisch unabweisbarer Aufstand der „Proletarier aller Länder“ gegen die „Ausbeuterklasse“. Ich lasse beiseite, dass Marx und Engels anfangs die europäischen Vorurteile gegen das zaristische Russland teilten.
An diesem ideologischen Gegensatz zerbrach nach 1945 die Anti-Hitler-Koalition sehr schnell. Anfängliche Versuche, die UNO zu einer globalen Sicherheitsordnung auszugestalten, scheiterten daran. Der Kalte Krieg dominierte und teilte die Welt in Freund und Feind, mit jeweiligen Alliierten. Aber anders als heute begegneten sich die ideologisch verfeindeten Gegner politisch respektvoll. Sie stritten. Sie intrigierten (im Neusprech: „hybride“ Kriegsführung). Sie kooperierten, wenn es im wechselseitigen Interesse lag. Sie führten Stellvertreterkriege, vermieden allerdings jede direkte militärische Konfrontation. Denn die Welt war ins Atomzeitalter eingetreten. Beide Seiten hatten die Mittel zur Zerstörung der Welt in der Hand.
Die USA und Russland sind aufgrund der Menge und Leistungsstärke der modernen Nuklearwaffen die Herren über die Zukunft der Menschheit geblieben. Es ist schlicht dummes Geschwätz, dass die damit verbundene wechselseitige Abschreckung und Vernichtung (MAD) militärisch an Bedeutung verloren habe. Das Gesetz der gegenseitig versicherten Vernichtung kann nur durch die völlige Abschaffung der riesigen Arsenale aufgehoben werden. Der Nichtweiterverbreitungsvertrag enthält zwar die Verpflichtung dazu (vgl. Art.6), aber die Atommächte ignorieren sie. Eine politischer Barriere ist die Erklärung vom Januar 2022, die die fünf großen Atommächte eingingen, dass ein Atomkrieg nicht gewonnen werden kann und daher auch niemals geführt werden sollte. Mehrfach entging die Menschheit nur knapp der atomaren Zerstörung. Heute ist die Gefahr eines Atomkriegs größer denn je. Aber das ist in der Öffentlichkeit sehr viel weniger präsent als früher.
Öffentliche Aufklärung schadet der Glaubwürdigkeit der nuklearen Abschreckung. Dann würde das ganze grauenhafte Potential dieser Waffen transparent, das sich jeder instinktiven Vorstellung entzieht. Die Gewissheit eines vermeintlichen “Schutzschirms” wäre dahin. Viel mehr Menschen würden sich wehren, dass mit ihrem Leben und der Zukunft nuklear jongliert wird. Die Dinosaurier starben aufgrund einer kosmischen Katastrophe aus. Der Mensch kann sich das inzwischen selbst antun.
https://thebulletin.org/2026/05/earth-in-flames-brian-toon-and-alan-robock-on-whether-humans-will-die-from-an-asteroid-or-nuclear-war-first/
Eine Frage ist, wie es dazu kam, dass das alte Vorurteil und Feindbild „Russland“ nicht zu Grabe getragen wurde, trotz der Perestroika, trotz der friedlichen Auflösung der Sowjetunion, trotz der Selbstdarstellung des „Westens“ als Sieger der Geschichte.
Es hätte doch nun genug sein können. Der einstige „Klassenfeind“ lag jämmerlich im Staub. Der ehemalige US-Botschafter in Moskau, Burns, beschrieb auch diese Phase der russischen Entwicklung in den 90er Jahren ausführlich in seinem Buch „The Back Channel“. Von Verständnis oder gar Sympathie war nichts zu lesen. Da war nur Hochmut. Verachtung auch.
Nur klar formulierte Feindbilder befördern Karrieren im Militär, im Geheimdienst, in Politik, Wissenschaft und Medien und bringen die Kassen im Rüstungssektor zum Klingeln. Nur ein Feindbild ermöglicht flammende patriotische Reden, Aufsätze und Akte der Selbstbeweihräucherung. Da fühlt man sich richtig gut, rechtschaffen überlegen, ganz in der guten alten Tradition der Glaubenskrieger und der kolonialen Beutezügler.
Ich denke, der Westen erwartete nach 1991 praktisch die russische Kapitulation, wenn nicht gar den Zerfall der Föderation. Aber weder die Sowjetunion unter Gorbatschow noch die späteren russischen Präsidenten warfen sich in den Staub und baten um wohlwollende westliche Führung, wie man nun alles „richtig“ macht. Sie suchten Dialog und Rat, wollten zuhören, wollten gar zu diesem Westen gehören. Aber sie wollten auch gehört werden. Fremdbestimmung war ihnen fremd. Sie hielten am Prinzip der souveränen Gleichheit fest.
Wenn ich es mir genau überlege, ist das allen „östlich der Elbe Geborenen“ (nach Adenauer also schon in Sibirien) in bestimmten Jahrgängen gemeinsam: Die Suche nach Augenhöhe im Gefolge von Perestroika und der demokratischen Revolutionen 1989/1991, die sie selbst in Gang gesetzt hatten und niemand sonst. Ihre Anerkennung als Bestimmer der eigenen Geschichte. Jedenfalls habe ich dieses Bedürfnis auch im Zug der Erweiterung der EU 2004/2007 in Mittel- und Osteuropa gespürt.
Im Kern geht es seither um das, was in den Jahren 1989/91 auf dem europäischen Kontinent geschah: War es ein demokratischer Selbstbefreiungsakt oder ein Sieg des Westens über den ideologischen Gegner? Auf unserem Land lastet dieser Geburtsfehler des geeinten Deutschlands bis heute schwer. Weil er manipulierbar ist. Er lastet auf der ganzen EU. Er lastet auch auf der Russland- und der Ukrainepolitik.
Geht es in der westlichen Politik um die Ukraine, genauer gesagt um die Menschen, die dieses Territorium besiedeln und ein Volk konstituieren? Jeder möge sich die letzte Beschlussfassung der G7 in Sachen Ukraine genau durchlesen: Sie beginnt mit einer markigen Solidaritätsadresse, spricht von einem militärischen „Momentum“ zugunsten der Ukraine. Später heißt es, dass man die Ukraine „über den nächsten Winter“ bringen wolle.
https://www.consilium.europa.eu/media/edgdrkoo/g7-leaders-statement-on-geopolitical-issues.pdf
So fällt die Maske. Nicht zum ersten Mal. Nicht zum letzten Mal.
Dennoch, es gibt immer noch hinreichend viele, auch in unserem Land, die nicht verstehen, dass es nie um die Menschen in der Ukraine ging. Die sind „verzichtbar“ im Stellvertreterkrieg gegen Russland, der immer mehr in einen direkten Krieg abgleitet. Wenn die Ukrainer nicht mehr können, sind wir dran, wenn es nach den Kriegsplanern geht. Man muss ihnen nur genau zuhören und sich von der Meinung befreien, dass niemand so voller zynischer Kälte sein kann. Oh doch.
In einem tweet vom 19. Juni 2026 erklärte Selenskyj unumwunden: „Heute ist die Ukraine de facto die zweite Armee der Nato.”
Präsident Biden wusste von Anfang an, dass die Ukraine in einem Krieg gegen Russland keine Chance hat, und doch lehnte er einen Kompromiss mit Russland - einen Verzicht auf die Nato-Mitgliedschaft der Ukraine - ab, obwohl das sehr wahrscheinlich den Krieg verhindert hätte.
https://time.com/7207661/bidens-ukraine-win-zelensky-loss/
Deshalb wurden auch die Verhandlungen von Istanbul 2022 vom Westen unterlaufen, die ein zügiges Kriegsende gebracht hätten. Denn Russland sollte „ruiniert“ werden (Baerbock), mit Sanktionen „kriegsähnliche Wirkungen“ (Biden) in Russland erreicht werden. Als der US-Verteidigungsminister im April 2022 von einer „strategischen Schwächung“ Russlands sprach, fragte unter anderem der Guardian, ob es denn klug sei, das so offen auszusprechen.
https://www.theguardian.com/world/2022/apr/25/russia-weakedend-lloyd-austin-ukraine
Denn Russland sollte sich im Krieg verzehren, so wie das RAND 2019 vorgeschlagen hatte.
https://www.rand.org/pubs/research_reports/RR3063.html
Präsident Selenskyj verbot sich und seinem Land im Herbst 2022, mit Putin zu verhandeln.
https://jamestown.org/zelenskyy-bans-negotiations-with-putin/
Dieses Dekret wurde nie aufgehoben. Darin steckt der Traum vom Regime change.
Zwar wusste Selenskyj im März 2022 noch, dass es westliche Interessen gab, die Ukrainer im Kampf gegen Russland verbluten zu lassen, er äußerte sich entsprechend gegenüber dem Economist. Aber dann schlüpfte er in eine neue Rolle und gibt seither den markigen Stellvertreterkrieger und überzeugten ukrainischen Nationalisten.
Nur in wenigen unüberlegten Momenten zeigt sich sein wahres Gesicht.
Dann etwa, wenn er - wie im September 2022 - einen präventiven Erstschlag der Nato auf Russland forderte. In einer Diskussion mit dem Lowy-Institute. Es gab Versuche, das Gesagte zu relativieren, einen anderen Kontext herzustellen. Doch gesagt bleibt gesagt (vgl. Min 25:30).
In dieser Diskussion hätte Selenkyj auch dem Geschichtsbild eines prominenten Fragestellers widersprechen müssen. Es ging um den Gründer des gleichnamigen Instituts, Lowy, der sich als Holocaust-Überlebender auswies. Lowy leitete seine Frage wie folgt ein: „Ich erinnere mich, wie die Ukraine von der deutschen Armee überrannt wurde. Ich erinnere mich auch, wie im Gegenzug dann die sowjetische Armee Ihr Land überrannte…“ (ab Min 16). Der Großvater von Selenskyj diente in dieser „sowjetischen Armee“, die im Herbst 1944 die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik von der deutschen Okkupation befreite.
Wundert es unter solchen Umständen, welchen Gestalten die Ukraine von heute die Ehre erweist? Warum dort unentwegt „Слава Україні“ gebrüllt wird, ein Gruß, der in der Sowjetunion verboten war und den sich der angeblich „pro-russische“ Präsident Kroatiens in seinem Land verbat. Es sei der Gruß von Mördern an Juden und Polen.
https://www.pravda.com.ua/eng/news/2023/05/31/7404717/
Spiegel erklärte, beim Konflikt zwischen Polen und Ukraine, der in der Aberkennung des polnischen Adler-Ordens für Selenskyj mündete, gehe es um „Weltkriegsgeschichte“, also gefühlt um olle Kamellen.
2024 formulierte der ehemalige Oberkommandierende der Nato, Cavoli, die Stellvertreterrolle der Ukraine für die Nato gegen Russland wie folgt:
„Die Niederlage Russlands in der Ukraine ist von außerordentlicher Bedeutung, aber ganz gleich, wie sich die Lage am Ende des Konflikts entwickelt, werden wir es mit einem Russland zu tun haben, dessen Streitkräfte sich viel schneller wieder aufstellen werden, als wir dachten…“
2025 verdrehte Mark Rutte, nunmehr Nato-Generalsekretär, in Berlin alles, denn ihm ging es längst um die „Ukraine 2.0“: „Russland hat den Krieg nach Europa zurückgebracht, und wir müssen auf ein Ausmaß des Krieges vorbereitet sein, wie es unsere Großeltern oder Urgroßeltern erlebt (erlitten) haben.“
An dieser Stelle muss ebenfalls der schwere Anschlag auf NordStream erwähnt werden. Laut Bundesgerichtshof waren die Pipelines „für die öffentliche Energieversorgung Deutschlands von zentraler Bedeutung“. Ihre Zerstörung sei hochwahrscheinlich in „fremdstaatlichem Auftrag“ erfolgt. Das Gericht ließ offen, ob es sich beim Anschlag um ein Kriegsverbrechen handelte, aber es urteilte klar, dass das Argument der Verteidigung, dass einem Aggressor (Russland) Geldmittel entzogen werden sollten, nicht zieht. Nach der in Deutschland verfolgten Version, die der Gerichtsentscheidung zugrunde lag, sind Ukrainer tatverdächtig.
Und: Wie reagierten Politik und Medien unseres Landes darauf, dass hochwahrscheinlich ein fremder Staat den Auftrag erteilte, Russland, aber auch Deutschland zu schädigen? Wie reagieren sie heute, da die Schädigung anhält, in Gestalt von drastisch gestiegenen Energiepreisen und allen damit verbundenen negativen Auswirkungen auf unser Land? Sie erwecken den Eindruck, als sei Russland zu recht „bestraft“ worden und dass alle Deutschen, die NordStream beförderten, die eigentlichen Täter seien. Ganz so, wie es der polnische Ministerpräsident prägnant formulierte: Nicht die Sprengung von NordStream war das Verbrechen - Es war der Bau.
https://www.leuropeista.it/en/the-true-crime-was-building-the-nord-stream-pipelines-not-destroying-them/
Kann sich blinder Russenhass, der die Selbstverletzung in sich trägt, noch unverhohlener äußern?
Teil 2 meines Beitrags folgt am 22. Juni 2026


Ein großes Dankeschön für Ihre hervorragende Erinnerungsarbeit.
Wie schön, endlich wieder ein Erler’scher Beitrag zum Journalismus wie er sein sollte: Wahrheit und Wirklichkeit in Übereinstimmung!
Schöner wäre nur gewesen - in unseren tristen Zeiten - hätte man den Artikel (wenigstens „Erster Teil“) als Einstimmung aufs Wochenende zu lesen bekommen! Dies umsomehr als „beide Medien“ (Spiegel und FAZ) eben gerade nicht „versehentlich [zeigen] wo sie geistig angekommen sind“ sondern bewußt (?) und schamlos (!) offenbaren wie sie die Wirklichkeit durch ideologische Wahrheit vereinnahmt haben! Geschichtsrevisionismus statt Geschichtsbewusstsein!
Dagegen wußten - beispielsweise - Marx und Engels sehr wohl das der Feudalismus, auch als Zarismus, und Klerus, nur eine relative Verbesserung in der Evolution von der Sklaverei zum Kapitalismus darstellten, aber keine qualitativ prinzipielle Veränderung!
Egal was und wie, schön ist jetzt die Erwartung der Einlösung des Erler‘schen Versprechens: Fortsetzung zweiter Teil!